FG - Forscher Bundessieger

Die Teilnehmer des Bundeswettbewerbes Jugend Forscht kehrten am vergangenen Wochenende mit der besten je erreichten Platzierung des Fürstenberg-Gymnasiums vom Wettbewerb in Essen zurück. 

Lukas Dieterle, Thomas Irion und Florian Schreier holten sich den Bundessieg im Fachbereich Biologie sowie die Nominierung für das europäische Finale in Lissabon.

Bereits in den ersten beiden Runden des Wettbewerbes Jugend Forscht schnitten die Forscher des Fürstenberg-Gymnasiums sehr erfolgreich ab. Zum sechsten Mal in Folge erhielt die Schule den Preis für die meisten teilnehmenden Teams in Südbaden, alle im Regionalentscheid teilnehmenden neun Teams wurden mit Preisen ausgezeichnet, darunter gleich 6 Platzierungen unter den ersten drei und davon drei erste Plätze mit Weiterleitung zum Landeswettbewerb. Dort erreichten Niklas Luhmann und Mario Seckinger mit ihrem Projekt zur Untersuchung der Gefährlichkeit von Shisha Rauch den dritten Platz im Fachbereich Chemie, das Projekt „Schwarmverhalten von Fischen“ konnte sich mit dem Landessieg in der Sparte interdisziplinäre Projekte für das Bundesfinale in Essen qualifizieren. Damit setzt das Fürstenberg-Gymnasium seine Erfolgsgeschichte bei Wettbewerben im naturwissenschaftlichen Bereich fort und behauptet seinen Platz unter de Top-Gymnasien Baden-Württembergs, in diesem Jahr zum wiederholten Mal als erfolgreichste Jugend-Forscht Schule im Land.

Seit nunmehr drei Jahren forschen Lukas Dieterle (Student an der DH Lörrach, Wirtschaftsingenieur), Thomas Irion (Abiturient am Fürstenberg-Gymnasium) und Florian Schreier (Student am KIT Karlsruhe, Informatik) auf dem Gebiet der Schwarmintelligenz und versuchen zu ergründen, nach welchen Regeln sich ein Fischschwarm bewegt. Dabei gehen sie, wie die auf diesem Gebiet etablierten Forscher, davon aus, dass jeder einzelne Fisch nur mit einigen wenigen Verhaltensregeln ausgestattet ist und sich das komplexe Bewegungsbild des Gesamtschwarmes aus der Überlagerung der Einzelbewegungen der Fische ergibt. In ihrem Forschungsansatz verwenden sie aber einen völlig neuartigen Zugang, um das Verhalten eines einzelnen Fisches zu beschreiben. Statt der Annahme, die Fische versuchten einen bestimmten Abstand zu ihren Nachbarfischen einzuhalten, postulieren die drei eine bestimmte jedem Fisch zur Verfügung stehende Fläche. Und siehe da – ihr neuartiger Ansatz liefert eine deutlich bessere Beschreibung als alle bisher in der wissenschaftlichen Literatur veröffentlichten. Das besondere am diesem Projekt ist jedoch, dass es sich nicht nur der Erforschung realer Fischschwärme im Aquarium widmet, sondern dass aus den in der Biologie gewonnenen Daten ein Simulationsprogramm entstanden ist, mit dessen Hilfe sich am Computer lebensechte Schwärme nachstellen und studieren lassen. Aus ca. 10.000.000 Einzelbildern extrahierten die Nachwuchsforscher schließlich die Daten, die zur neuen Beschreibung von Schwarmverhalten führten.

Doch trotz all der umfangreichen Vorarbeiten hatten die Götter vor den Erfolg in Essen den Schweiß gesetzt. Noch während des Packens und damit bis buchstäblich zur letzten Minute wurde im Gymnasium gemessen, anschließend auf der Hinfahrt im Auto und in Nachtschichten in Essen die Daten ausgewertet und die Posterpräsentation ergänzt. Gerade dieses Engagement bis zur letzten Minute lobten die Juroren, neben der Qualität der wissenschaftlichen Arbeit, als herausragendes Merkmal des Projektes, ließen sich regelrecht von der Begeisterung der drei Forscher anstecken. Und als schließlich nach langem Warten am Sonntag die Sieger des Wettbewerbes gekürt wurden, durften die FG´ler gleich doppelt jubeln. Zusätzlich zum mit 1.500 € dotierten Bundessieg in Biologie wurden sie als eines von drei Projekten ausgewählt, um Deutschland auf der europäischen Ebene zu vertreten. Und so heißt es jetzt: Weiterforschen, und auf ein Neues im September in Lissabon.

Mit diesem hervorragenden Ergebnis konnte die naturwissenschaftliche Begabten-Arbeitsgemeinschaft NWTeam des Fürstenberg-Gymnasiums an ihre großen Erfolge der Vorjahre anknüpfen. Für die Betreuer Mario Mosbacher, Ulrich Wachter und Egon Jehle sowie alle Kollegen im Umfeld, die mit den Schülern über ihre Arbeiten diskutierten, der verdiente Lohn für viele Wochenenden, Nachtschichten, Ferientage und Nachmittage, an denen in der Schule gearbeitet wurde. Aber auch die unterstützenden Firmen und Sponsoren Hygrosens, IMS Gear, Autohaus Südstern, der Verein der Freunde des Fürstenberg-Gymnasiums und die Bürgerstiftung Donaueschingen dürfen sich sicher sein, dass sie ein Konzept zur intensiven Nachwuchsförderung begabter Schüler im naturwissenschaftlichen Bereich fördern, das Früchte trägt.

 

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