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Die Trinkwasserversorgung
der Stadt Donaueschingen

eine Facharbeit von Isabel Martin Jgst.13 / 2003


Inhaltsverzeichnis


I.     Einleitung

II.    Die hydrogeologischen Verhältnisse

III.   Quellen und Wasserschutzgebiete

         a)    Quellen
         b)    Wasserschutzgebiete

IV.   Zahlen, Verbrauch und Qualität

V.    Gesundheit

VI.   Die Hochbehälter

VII.   Abwässer
         a)    Kläranlage
         b)    Kanalsystem

VIII. Zusammenfassung

IX.   Anhang

X.    Literaturnachweis


I.    Einleitung

Für das Facharbeitsthema zur Herkunft des Donaueschinger Trinkwassers entschied ich mich, da ich mich dafür interessiere, woher diese großen Wassermengen stammen. Wie viel Aufwand bedarf es, bis das Wasser beim Verbraucher ankommt? Vor längerer Zeit hörte ich, dass sogar im Donaueschinger Park Quellen existieren, die einen Anteil an der Wasserversorgung unserer Stadt haben. Aufgrund der Tatsache, dass dieses Thema im Unterricht schon einführend behandelt wurde, fühlte ich mich ermutigt, der ganzen Sache einmal näher auf den Grund zu gehen.
Über meine Ergebnisse möchte ich hier in dieser Arbeit berichten.




II.    Die hydrogeologischen Verhältnisse

Am Anfang steht die Frage nach der Herkunft des Wassers. Für das Donaueschinger Trinkwasser wird ausschließlich Grundwasser verwendet. Grundwasser entstammt im Gegensatz zum Oberflächenwasser (Regenwasser, Flusswasser, ....) den Gesteinsschichten des Untergrunds. Die Geologie dieser Gesteinsschichten bestimmt im Wesentlichen die Qualität und Eigenschaften des Wassers (siehe IV.).

Donaueschingen liegt am Übergang vom Schwarzwald zum Schichtstufenland, dem die Baar angehört. Im Schwarzwald herrschen Kristallingesteine wie Granit und Gneis vor. Darüber liegen die Schichten des Buntsandsteins. Die stratigraphisch nächst höhere Folge umfasst den Muschelkalk, darüber den Keuper. Den obersten Horizont bilden am östlichen Rand von Donaueschingen geringmächtige Kiese. Die Schichten des Muschelkalks besitzen eine unterschiedliche Dichte, Fugen und Risse durchziehen ihn. Durch Verkarstung ist er von unterschiedlich großen, unterirdischen Hohlräumen gekennzeichnet. Regen und Bachwasser treten in den Untergrund ein und füllen diese Hohlräume. Es bildet sich ein großer Wasservorrat.

Aufgrund der Porosität des Muschelkalkes brechen im Untergrund oftmals Bereiche des Erdbodens nach unten weg, was zur Bildung von Dolinen führt. Diese Dolinen wurden im Laufe der Zeit häufig mit Geröll und Schotter angefüllt. Diese Dolinen dienen bei Donaueschingen dem Wasser als Aufstiegswege. Das Wasser kann dort in Quellen zu Tage treten, wo die überlagernden Keuperschichten über dem Muschelkalk fehlen. Die obersten Kieslagen hemmen den Wasseraufstieg kaum.
Färbversuche haben nachgewiesen, dass die Hauptmenge des Donaueschinger Wassers aus der Versickerung vom Bregwasser oberhalb von Hüfingen entstammt. 
Das Bregwasser tritt 41-65 Stunden nach der Versickerung wieder hervor.


III.    Quellen und Wasserschutzgebiete

a)    Quellen

Im Raum Donaueschingen gibt es Schätzungsweise über 50 Quellen, davon liegen allein schon 15 im Fürstlichen Park, teilweise speisen sie die Schwanenteiche. Die Fürstliche Brauerei besitzt eine eigene Quelle mit einem Wasseraustritt von ca. 50 l/s.
Die wichtigste aller Quellen für unser Trinkwasser ist aber die Gutterquelle. Mit einer maximalen Schüttung von ca. 250 l/s versorgt sie die Stadt Donaueschingen mit frischem Wasser, davon werden aber nur ca. 34-42 l/s gebraucht. Bei einem Entnahmeversuch in den sechziger Jahren, der höher war, als die maximale Leistung der Gutterquelle, fielen sowohl die Brauereiquelle als auch die Juniperusquelle bei Allmendshofen trocken, was beweist, dass fast alle der Quellen in der Donaueschinger Umgebung miteinander unterirdisch verbunden sind. (siehe IX Anhang, Nr. 1)


b)    Wasserschutzgebiete

Für die Gewährleistung einer guten Wasserqualität ist es wichtig, dafür zu sorgen, dass das Wasser im Untergrund nicht durch oberirdische Einflüsse verunreinigt wird. Beispiel: Die beiden Flüsse Brigach und Breg fließen durch unterschiedliche Gebiete, durch den Wald und durch ein Industriegebiet. Dadurch verändert sich die Wasserqualität erheblich. Die Brigach, die durch die beiden Industriestädte St. Georgen und Villingen fließt, hat deutlich schlechtere Werte (siehe IX Anhang 2).
Außerdem darf in Wasserschutzgebieten nur in geringem/keinem Maß landwirtschaftliche Nutzung betrieben werden, da keine Düngemittel (besonders Mineraldünger wie Stickstoff und Phosphor) in den Boden gelangen dürfen. Aus diesem Grund besteht eine Düngeverordnung, die vorschreibt, zu welchen Jahreszeiten gedüngt werden darf. Coli-Bakterien aus Tierfäkalien, die aus der Landwirtschaft stammen bedeuten eine weitere Belastung. Außerdem darf auch nicht an Gewässerrändern gedüngt werden. Phosphor gelangt aufgrund seiner chemischen Eigenschaften nur meist nur durch Einschwemmung in das Wasser. Abhilfe kann hier neben den Wasserschutzgebieten auch durch Grenzstreifen neben den Gewässern geschaffen werden.
Im Falle einer Verunreinigung, z.B. durch einen LKW-Unfall in einem Wasserschutzgebiet, muss auf andere Versorgungsmöglichkeiten zurückgegriffen werden, wie z.B. die Beschaffung des Wassers aus Bräunlinger Quellen und umliegenden Städten.
Die Fläche der Wasserschutzgebiete soll in den kommenden Jahren von 13 auf 16 % steigen.
Siehe Tab. 1 & 2

 

Tab. 1



Tab. 2: Liste der Wasserschutzgebiete im Raum Donaueschingen. Stand:1999


IV.    Zahlen, Verbrauch und Qualität

Das Donaueschinger Wasser hat in der Gutterquelle einen pH-Wert von 7,56. Darin enthalten sind 10,8 mg/l Nitrat (Sollwerte liegen bei 25mg/l); 0,14g/l Eisen und 5,8 mg/l Natrium. Da das Trinkwasser jedoch nicht nur aus der Gutterquelle, sondern zum kleineren Teil auch aus verschiedenen Quellen des Schwarzwaldes kommt, ist die Qualität nicht gleichbleibend, man unterscheidet harte und weiche Wässer.

Die pH-Werte sind deshalb unterschiedlich. Sie liegen im Schnitt zwischen 6,5 und 9,5. Ist das Wasser zu weich, kann es durch Korrosion die Leitungen angreifen, 
wobei z.B. Blei und Zink gelöst werden kann. Ist das Wasser zu hart, können Leitungen verkalken, ebenso wie Haushaltsgeräte (Wasserkocher, Kochtöpfe, etc.)

Im großen und ganzen ist das Donaueschinger Trinkwasser von guter Qualität. Die Hauptmenge des Donaueschinger Trinkwassers ist weich, mit einer Härte 
von etwa 7,3° dH ( =deutscher Härte). Niedrige Nitratwerte entstehen durch gering intensivierte Landwirtschaft und die Sollwerte werden eingehalten. Alle Werte des Donaueschinger Wassers liegen innerhalb der gesetzlichen Normen.

Um die gute Qualität des Wassers weiterhin beizubehalten, verlangt die Stadt Donaueschingen bis zu einer bestimmten Menge keine Abwassergebühren, damit Nutzwasser (z.B. für den Gartenverbrauch) nicht aus dem Leitungswasser entnommen wird, sondern in Behältern wie Zisternen gesammelt werden kann. Das weiche Regenwasser hilft, Wasch-/Reinigungsmittel zu sparen, wodurch weniger Wiederaufbereitungsaufwand betrieben werden muss.

Die durchschnittlichen Wasserpreise lagen im Jahr 2001 in Deutschland bei ca. 1,70 Euro je m³; pro Tag waren das ca. 0,22 Euro/ Einwohner, bzw. 80 Euro im Gesamtjahr. Durchschnittlich wurden 129 Liter pro Person aus dem Leitungsnetz entnommen, das sind 15 Liter weniger als 1991. Im Übrigen ist es beachtlich, dass rund 3,8 Mrd. m³ Wasser and die Haushalte abgegeben wurden. Außerdem gingen in ganz Deutschland 0,6 Mrd. Liter durch Rohrbrüche und Undichtigkeiten verloren, das sind 20% weniger als 1991. 
In Donaueschingen liegen die Leitungsverluste bei 1,7% des gesamten Wasserverbrauches, in Bräunlingen dagegen lagen die Verluste bei 12,5% .


Tab. 3: Wasser- und Abwasserpreise 1998 (Preise in DM!)
Quelle: Kämmerei Stadt Donaueschingen



V.    Gesundheit

Die Gesundheit des Verbrauchers kann sehr leicht durch das Trinkwasser beeinträchtigt werden. Wie bereits in Kap. IV. erwähnt, kann das Wasser den Zustand des Leitungsnetzes beeinträchtigen. Die Inhaltsstoffe der Rohrleitungen können schädlich sein, wenn Blei, Kupfer, Zink und andere Stoffe freigesetzt werden. Als Beispiel kam es früher in römischen Siedlungen, deren Wasserrohre innen mit Blei ausgekleidet waren, zu Bleivergiftungen der Einwohner. Dies konnte mit Knochenanalysen nachgewiesen werden.

Ebenfalls kann es eventuell zu Verkeimung kommen, wenn es Verunreinigungen im Leitungsnetz oder den Quellgebieten gibt. Diese Keime, wie z.B. Coli-Bakterien und Salmonellen können aber auch beim Baden in Seen oder Schwimmbädern aufgenommen werden, z.B .konnten in einer Analyse des Gesundheitsamtes im Kirnbergsee Salmonellen nachgewiesen werden, die von der Überbelastung der Unterbränder Kläranlage herrührte.


VI.    Die Hochbehälter

Um das aus den Quellen gewonnene und aufbereitete Wasser speichern zu können, werden Hochbehälter gebaut. Von einer Erdschicht überdeckt, wird das Trinkwasser vor äußeren Einflüssen wie z.B. gefrieren oder Hitze geschützt. Nachdem das Wasser in die hochgelegenen Behälter gepumpt wurde, ist es frei verfügbar und schafft in Brandfällen einen ausgewogenen Verbrauch. Außerdem sorgt das Wassers im Hochbehälter dafür, dass ausreichend Druck für das Leitungsnetz vorhanden ist. Im Raum Donaueschingen ist z.B. am Schellenberg/Sonnhalde ein Hochbehälter zu finden.
Ein Hochbehälter fasst in der Regel ca. 5000-7000 m³ Wasser.


VII.    Abwasser

a)    Kläranlage
Genauso wichtig, wie die Frage nach der Herkunft des Wassers ist die Frage, wohin das verschmutzte Wasser geht. Deshalb möchte ich mit der Kläranlage beginnen.

Die Donaueschinger Kläranlage gehört zu den modernsten in Baden-Württemberg und hat noch ca. 40% Kapazitätsreserven, jedoch schwanken diese Zahlen je nach Witterung. Die Donaueschinger Kläranlage ist laut einer Studie von 1992 im Vergleich zu 10 anderen Anlagen in Baden-Württemberg die günstigste, die Kosten betrugen 0,22 Euro pro Kubikmeter (cbm) gereinigten Wassers, der Gesamtschnitt betrug 0,43 Euro/cbm. Dies liegt vor allem an der Optimierung der Anlage. (siehe IX. Anhang 3) Der Anteil des Fremdwassers muss allerdings noch weiterhin verringert werden, da sonst unnötig viel Kapazität der Kläranlage verschwendet wird und das Schmutzwasser zu stark verdünnt wird. Die Anlage funktioniert nach dem Mischsystem, das heißt, dass das Regenwasser und das Abwasser zusammenfließen, und auch gemeinsam geklärt werden.

Tab. 4 Vergleich von Mischsystem und Trennsystem


Pro Einwohner fallen jährlich 53 kg Klärschlamm an, umgelegt auf die Kläranlagen von Donaueschingen und Wolterdingen sind das 6400 Tonnen. Der Schlamm wird derzeit in Bräunlingen getrocknet und im Heilbronner Kohlekraftwerk als Brennstoff verwendet.


b)    Kanalsystem


Das Kanalsystem von Donaueschingen hat eine Gesamtlänge von ca. 148 km. Viele dieser Kanäle sind undicht. Allein im Jahr 1999 mussten 2,5 km saniert werden. Undichte Kanäle können leicht das Grundwasser verschmutzen oder nehmen Fremdwasser auf, deshalb hat die Sanierung große Wichtigkeit. Sie soll gegen bis ins Jahr 2005 abgeschlossen sein.

Nur wenige Einzelhaushalte sind nicht an das Kanalsystem angeschlossen, besonders vereinzelte kleinere Gehöfte in den umliegenden Ortschaften. Dort gibt es verschiedene Lösungsansätze, wie z.B. Hauskläranlagen, Biogasanlagen und geschlossene Gruben, die regelmäßig geleert werden müssten. Die traditionelle Variante mit Anschluss an das allgemeine Kanalsystem ist meist zu teuer und unrentabel.

 




Tab. 5

VIII.    Zusammenfassung

Die Wasserversorgung lässt sich folgendermaßen zusammenfassen:
Aufgrund der unterschiedlichen Schichten im Untergrund staut sich das Wasser im Untergrund. Dort tritt es durch Dolinen in Form on Quellen wieder hervor.
Auf diese Weise entstanden über 50 Quellen, davon ist die Gutterquelle die ergiebigste.
Aus diesem Grund kommt auch der Hauptanteil des Donaueschinger Trinkwassers aus dieser Quelle.
Für die Erhaltung der guten Wasserqualität, ist es wichtig, viele Wasserschutzgebiete einzurichten, damit äußere Umwelteinflüsse keine Verunreinigung der Quellen verursachen.
Das Trinkwasser wird aufbereitet und dann in die Hochbehälter
Um auch die Qualität bei der Ankunft beim Verbraucher zu gewährleisten, müssen die Kanalsysteme regelmäßig gewartet werden, damit keine Bakterien und angegriffenen Rohre das Wasser verschmutzen. Im Jahr 2005 sollen alle Wasserleitungen gewartet sein.


Anhang   (Zur Vergrößerung auf die Vorschaubilder klicken)

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X.             Literaturnachweis

 


Donaueschingen, den 30. Januar 2003
Referentin: Isabel Martin
Jahrgangsstufe 13
Schuljahr 2002/2003
Tutor: Eberhard Kern

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