Das

Ungarn-Kreuz

im fürstlich-fürstenbergischen Park 
Donaueschingen

Dieses Kreuz mit Glocke ist zur Erinnerung an  schicksalhafte Ereignisse der ungarischen wie auch abendländische  Geschichte am Wegrand an der Brigach inmitten des FF-Schloßparkes errichtet worden.


Foto Jan. 2002 / Vergrößerung


22. Juli 1456: Schlacht bei Nándor-Fehérvár (Belgrad) zwischen ungarischen Truppen unter der Führung des Reichsfeldherrn und Reichsverwesers János Hunyadi gegen die Truppen des türkischen Sultan Mohammeds II. Der Sieg der Ungarn rettete damals das christliche Abendland vor islamischer Herrschaft. 1448 wurde Hunyadi bereits auf dem Amselfeld  von den Osmanen geschlagen. 1456 konnte Hunyadi den Angriff Mohammeds II., des Nachfolgers von Sultan Murad, auf Belgrad abwehren; er zerstörte eine türkische Flotte auf der Donau, zwang Mohammed zum Rückzug und verhinderte so das Vordringen der Osmanen nach Ungarn. Hunyadi starb am 11. August 1456 in Belgrad. Sein Sohn, Matthias Corvinus, wurde 1458 zum König von Ungarn gewählt. 
Ferenc Erkel verewigte Hunyadis Taten in seiner Oper Hunyádi László (1844).
                
[Anmerkung: Mohammed II = Mehmed II. Fatih, Beiname „der Eroberer", (1432-1481)]

Papst Calixtus III. erließ am 29. Juni 1456 aus Anlaß des Verlustes von Morea
an die Türken und zur Erinnerung an die Bedrohung Österreichs den Erlaß,
in allen Kirchen mittags eine oder mehrere Glocken gegen die Türken zu
läuten. das sogenannte Mittagsläuten, auch Angstläuten oder Türkenglocken genannt. Dabei sollten alle Gläubigen drei Vater Unser und drei Ave Maria beten. 


Aus diesem Grund läuten heute noch um 12 Uhr die Kirchenglocken.

Wie tief sich dieses Läuten ins Bewußtsein der Menschen, auch über einen
längeren Zeitraum hinweg, eingegraben hat, zeigt eine Predigt des Abtes Cölestin
KÖNIGSHOFER des Klosters Heiliges Kreuz, die dieser 1797 hielt.  Der Abt berichtete, daß das Glockengeläut zunächst als Anruf um göttliche Hilfe in der Türkengefahr eingeführt wurde und später als Dankesgeläut zur Errettung aus der Türkengefahr beibehalten wurde. Über mehrere Jahrhunderte hindurch verbanden die Gläubigen mit dem Glockengeläute die Türkengefahr. Die Kirche, und zwar sowohl die evangelische als auch
die katholische, erreichten mit der täglichen Kombination von Glockengeläut und Gebet, daß jedes Mitglied der Gemeinde Tag für Tag an die Türkengefahr erinnert wurde.


Gestiftet wurde das Gedenkkreuz von S.D. Prinz Max zu Fürstenberg. Die Aufstellung wurde vom damaligen Vertreter der Ungarn im Donauquellengebiet Ferenc von Rónay aus Zombor initiert. Eingeweiht wurde es am 22. Juli 1956. Eine erste Renovierung erfolgte 1983 durch die Fürstlich-Fürstenbergische Füsiliergarde. 2001 haben die Stadt Donaueschingen und der Freundeskreis Vac/Ungarn das Kreuz erneuern lassen.


1/2002 © PROJEKT INTERNET am FG