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Der Bruggener Haldengeist war ein Waldkobold. Er wohnte am Schellenberg bei Donaueschingen und vertrieb seine Zeit damit,
die Geizigen zu necken, die Faulen erschreckte er und versteckte sich in allerlei Gestalten. Er tat aber auch gern Gutes, wo Not war. Einmal musste ein armer Bauer noch spät in der Nacht nach Bruggen. Er trug viele Sorgen auf dem Rücken. Die drückten schwer, als ob der Rucksack voll Eiern gewesen wäre.

Der Bauer seufzte ein paar Mal schwer, denn er dachte an den kranken Jungen zu Hause und das Unglück im Stall. Da kam auf einmal der Bruggener Haldengeist hinter einem Baum hervor, stellte sich dem Bauern in den Weg und sagte: "Schau, dort drüben, den Haufen Laub musst du in deinen Rucksack tun!"
Der Bauer gehorchte und stopfte das Laub in den Rucksack. Als er auf dem Weg nach Hause war, wurde der Rucksack schwerer und schwerer. Zu Hause angekommen wollte er das Laub wegschmeißen, doch als er den Rucksack leerte fielen lauter Goldstücke heraus. Da hatte der Bauer keine Not mehr und noch heute sind seine Enkel stattliche Hofbesitzer.

Diese Geschichte war einem Geizhals zu Ohren gekommen. Sein Neid ließ ihm keine Ruhe, bis er schließlich eines Abends selber an die Halde ging, um dem Geist zu begegnen. Dort keuchte und jammerte er, dass man Mitleid bekommen konnte. Doch der Geist wusste, dass er ihn austricksen wollte. Schon stand er neben dem Geizhals und zeigte ihm einen Haufen morsches Holz, das tief im Wald versteckt war und wie Gold leuchtete. Gierig steckte er alles in seinen Sack, was er bekommen konnte. Er schleppte ein dickes Bündel heim und ein paar Mal war er unter der Last des Sackes zusammengebrochen. Halb tot kam er früh morgens zu Hause an. Doch als er den Sack umstülpte, da fiel lauter Holz heraus. 


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