Zurück zur letzten Seite !Weiter zur nächsten Seite !

63 Jahre seit Eintritt 
      ins Fürstenberg-Gymnasium Donaueschingen 1938
54 Jahre seit Abitur 1947
   9 turbulente Jahre !



Auf dem Zeugnisformular des 1. Tertials 1938 (Schuljahrbeginn war Ostern) hieß es noch "Fürstenberg-Gymnasium Donaueschingen", das Wort Gymnasium war aber durchgestrichen und von Hand darübergeschrieben: 
"Oberschule für Jungen ". Die folgenden Zeugnisformulare trugen den Kopf: "Fürstenberg-Schule Donaueschingen , Oberschule für Jungen" . Im Schuljahr 1942/43 kam dazu noch der Zusatz "mit gymnasialem Zweig". Ab 1945 nannte sich die Schule einfach nur "Gymnasium Donaueschingen"  bis zu unserem Abitur 1947. Was für ein Kuriosum, aber ein Zeichen der damaligen Wirren. 

Bilder vom damaligen Gymnasium  1  /  2 / Informationen (Archiv)

In den Jahren 1945 und 1946 gab es überhaupt keine Zeugnisformulare. Jeder Schüler schrieb sein Formular selbst auf einem DIN A 5 - Blatt von Hand (z.T. auf miserablem Papier, es gab kein besseres), der Klassenlehrer trug dann nur noch die Noten hinter den jeweiligen Fächern ein und zeichnete mit seiner Unterschrift. (Vergl. die heutigen fein säuberlich computergeschriebenen Zeugnisdokumente !)
Obwohl die Schule "Oberschule für Jungen" hieß, hatten sich aber 1938 doch so viele Mädchen angemeldet und die Aufnahmeprüfung bestanden, dass zum ersten Mal - und wohl auch das einzige Mal - während Bestehen der Schule eine reine Mädchenklasse gebildet wurde. Der damalige Direktor hieß Scharnke.
Unsere Klassenlehrerin war Frl. (so sagte man damals noch) Dr. Johanna Simanowski. Sie war aus Ostpreußen und hatte Schwierigkeiten, unseren Baaremer Dialekt zu verstehen. Wir 10- und 11-jährige Mädchen liebten sie sehr. Sie unterrichtete uns in Deutsch und Englisch. Und wir, die wir noch kaum aus unserem Heimatländle Baden herausgekommen waren, lernten bei ihr norddeutsche Landschaften und Sagengestalten kennen, z.B. in Theodor Fontanes Gedicht "Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland, ein Birnbaum in seinem Garten stand..." oder den Nöck, den neckischen Wassergeist, was uns sehr gefiel.
Und im Englisch-Unterricht erfuhren wir vom Stolz der Eton-Schüler, wenn sie sagten: "I am proud to be an Eton-boy!" Manchmal lud uns Frl. Dr. Simanowski, die mit ihrer Mutter zusammenlebte, auch zu sich nach Hause ein, wir waren ja nur wenige.

Bilder  1  /  2  /  3

Aus dem Gedächtnis:

Baumann, Eleonore Reinhardt, Marianne
Baumann, Hiltrudis Schmitt, Maria
Burkart, Charlotte Schneider, Hildegret
Engler, Irma Schnetzler, Dietlinde
Höfler, Rosemarie Trautwein, Christa
Junge, Roselies Wais, Hedwig
Maier, Leonie Wöhrlin, Beate
Reinhardt, Elsbeth

Das schönste Erlebnis war für uns damals der mehrtägige Aufenthalt auf der Burg Wildenstein, mit Frl. Dr. Simananowski , begleitet von der Mutter von Leonie Maier. Das gemeinsame Übernachten, die Morgengymnastik auf taufrischer Wiese, die Wanderungen im Donautal, das Essenkochen usw. - das alles fanden wir herrlich!

Damals fanden noch die traditionellen "Hemdglonkerumzüge" statt am Schmutzigen Donnerstag, wo die Schüler der Oberklassen  in langen weißen Nachthemden und weißer Zipfelmütze am späten Abend (auf alle Fälle bei Dunkelheit) die Lehrer besuchten, die hinterher den Schülern einen kleinen Umtrunk spendierten. Es gab aber auch humorlose Lehrer, die am Abend Fenster und Türen verschlossen ! Gegen Mitternacht wurde eine riesige Hemdglonkerpuppe aus Stroh auf dem Rathausplatz verbrannt. Wir kleinen Sextaner durften nur bis spätestens 10 Uhr dabei sein.

 

 Zurück zur letzten Seite !Weiter zur nächsten Seite !


© PROJEKT INTERNET am FG 3/2001 / Dokumentation